Nach der jüngsten Erhebung des Landwirtschaftsministeriums (MASAF ex MIPAAF) gibt es in Italien bekannte 737 Olivenbaumsorten. Wenn man bedenkt, dass es weltweit etwa 2.700 davon gibt, Unser Land verfügt über etwa 30 % des weltweiten Olivenölerbes. Eine Tatsache, die vielleicht nicht jedem auffällt, die aber in Wirklichkeit einen außerordentlichen Wert hat.
Gerade deshalb ist es wichtig, auf lokale Sorten zu setzen. Es ist klar, dass ein solch strategischer Sektor auch erhebliche Zahlen generieren muss: Aus diesem Grund sind die Intensivierung des Pflanzenanbaus, spezialisierte Mechanisierung und moderne Bewässerungssysteme wesentliche Instrumente. In diesem Sinne stellt der Nationale Olivenölplan eine wichtige Unterstützung dar, um die Produzenten bei der Modernisierung zu begleiten und den italienischen Olivenanbau im Vergleich zu anderen führenden Produktionsgebieten wettbewerbsfähiger zu machen.
Auch wenn die einheimischen Sorten einerseits nicht immer hohe Erträge garantieren, stellen sie andererseits einen qualitativen Reichtum dar, der oft auf internationaler Ebene geschätzt wird. Lohnt es sich wirklich, sie in Sortenverfall geraten zu lassen? Sind wir sicher, dass wir die agronomischen und qualitativen Eigenschaften unserer 737 Sorten im Detail kennen?
Was wäre, wenn nicht alle da wären? Durch Genotypisierungsprojekte von Forschungseinrichtungen tauchen immer wieder Individuen auf, die keinem bekannten genetischen Profil entsprechen. Ein weiterer Beweis dafür, wie groß und wertvoll die Artenvielfalt der italienischen Olivenbäume ist. Ihr Schutz und ihre Förderung sind nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht.

Innovation, ja, aber ohne die Geschichte und die Berufung unseres Landes zum Olivenanbau zu vergessen. Die biologische Vielfalt stellt ein hervorragendes Mittel zur Abwehr von Krankheitserregern dar: Die genetische Variabilität ist eine strategische Ressource, um die gesundheitlichen Herausforderungen des Olivenanbaus zu bewältigen. Die Lehren der Agrarwissenschaften erinnern uns an den Wert der agronomischen Kontrolle, d. h. an die Nutzung der natürlichen genetischen Resistenz einer Sorte zur Bekämpfung bestimmter Krankheiten. Vergessen wir nicht die Grundlagen!
Vorbildliche Beispiele für die Aufwertung einheimischer Sorten:
• Taggiasca (Ligurien) – Symbol der ligurischen Riviera, bekannt für seine Tafeloliven und ein zartes, fruchtiges Öl, das auch im Ausland geschätzt wird.
• Grignano (Venetien) – In den Lessinischen Bergen und in der Gegend von Verona wird sie geschätzt und ergibt ein duftendes und harmonisches Öl.
• Moraiolo (Umbrien und Toskana) – Sie gehört zu den repräsentativsten Ölen Mittelitaliens und produziert Öle mit starkem Geschmack, mit bitteren und würzigen Noten.
• Raggiola (Marken) – Heimisch in der Provinz Pesaro und Urbino, vor kurzem wegen seiner sensorischen Qualitäten wiederentdeckt.
• Pennulara (Kalabrien) – Typisch für die obere ionische Küste von Crotone, in Gemeinden wie Caccuri und Castelsilano. In den letzten Jahren wurde es aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften neu bewertet.
• Filogaso-Runde (Kalabrien) – Stammt ursprünglich aus der gleichnamigen Gemeinde in der Provinz Vibo Valentia. Im Jahr 2024 wurde das erste sortenreine Olivenöl (Marke Elitè) produziert, das bereits im nationalen Kontext ausgezeichnet wurde, beispielsweise bei Bibenda im Rahmen der Veranstaltung „Oli Estremi – Eine Reise zwischen Bergen, Meer und Natur“.
• Casaliva (Trentino/Lombardei) – Symbolische Sorte des Gardasees, insbesondere an den Ufern des Trentino und Brescia, ein grundlegender Bestandteil des Garda DOP.
• Tonda Iblea (Sizilien) – Es stammt aus den Iblei-Bergen (Ragusa und Syrakus) und ist für sein Öl mit Kräuterduft und einem Hauch von grünen Tomaten bekannt.
Und dies sind nur einige Beispiele: Das italienische Sortenpanorama ist noch weitgehend unentdeckt und birgt ein enormes Potenzial, den Wert des „Made in Italy“ auch im Ölsektor zu stärken.
Zu den Aktivitäten, die zur Aufwertung einheimischer Sorten durchgeführt werden sollen, gehören:
• Aufnahme in DOP/IGP-Spezifikationen
• Teilnahme an internationalen Wettbewerben
• Projekte zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Genetik
• Zusammenarbeit mit Slow Food Presidi
• Territoriales Marketing und Olivenöltourismusaktivitäten
Italienischer Olivenanbau Es geht nicht nur um die landwirtschaftliche Produktion: Es geht um Kultur, Identität und Biodiversität. Kleinere Sorten, die oft vergessen oder unterbewertet werden, stellen ein unschätzbar wertvolles genetisches und kulturelles Kapital dar, das Aufmerksamkeit, Studium und Investitionen verdient. In einer zunehmend standardisierten Landwirtschaft ist die Wertschätzung der Vielfalt keine nostalgische Entscheidung, sondern eine weitsichtige Strategie.
sein Hüter des Geschmacks Es bedeutet, die Wurzeln zu schützen, sie aber auch auf zeitgenössische Weise neu zu interpretieren: Mithilfe von Forschung, Innovation und territorialem Storytelling können wir jede einheimische Sorte in einen Botschafter italienischer Exzellenz verwandeln.
Nur so können wir auch weiterhin nicht nur Öl produzieren, sondern auch Geschichten, Landschaften und Werte in die Welt exportieren. Und vor allem, um es an zukünftige Generationen weiterzugeben.



















